Haut-Flecken mit Haut-App checken


Bösartig oder nicht?
Haut-Flecken mit Haut-App checken

Wer ein verdächtiges Muttermal auf seiner Haut entdeckt, muss nicht mehr lange auf einen Hautarzt-Termin warten, um zu erfahren, ob etwas Bösartiges dahinter stecken könnte. Eine Hautapp für das Handy verhilft zu einer schnellen und fundierten Ersteinschätzung.

Beurteilung vom Hautarzt für 24,95 Euro

Die Telemedizin macht´s möglich: Inzwischen dürfen Hautärzte ohne persönlichen Kontakt zum Patienten einen verdächtigen Hautfleck begutachten und einschätzen. Eine entsprechende Haut-App mit dem Namen „AppDoc“ wurde 2018 von der Universität Heidelberg, dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen entwickelt und letztes Jahr von der Landesärztekammer Baden Württemberg genehmigt.

Jeder kann die App über www.online-hautarzt.de auf sein Smartphone herunterladen und damit die fundierte Erstmeinung eines Hautarztes zu seinem verdächtigen Hautfleck einholen. Dazu müssen 3 Fotos von der betroffenen Hautstelle aufgenommen und über die App eingeschickt werden. Außerdem gilt es, einige Fragen zu möglichen Beschwerden zu beantworten. Die Antwort eines Hautarztes kommt innerhalb weniger Tage, der Service ist für die Nutzer anonym und kostet pro Beratung 24,95.

Patienten schätzen den Service

Den Besuch beim Hautarzt ersetzt AppDoc nicht, betont Titus Brinker, Hautarzt und Leiter der App-Entwicklung. Sie ermöglicht aber eine schnelle, qualifizierte Ersteinschätzung, ob ein Hautfleck verdächtig ist und dem Hautarzt vorgestellt werden muss. Auf diese Weise soll vor allem Hautkrebs früher erkannt werden, was die Heilungschancen deutlich erhöht.

Den Patienten scheint der Service zu gefallen: Rund 10 000 Mal wurde die App bisher heruntergeladen, über 2000 Patienten ließen sich telemedizinisch beraten und ca. 80% von ihnen blieb durch diese Beratung ein Arztbesuch erspart.

Vorsicht bei automatisierter Beurteilung

Vorsicht ist jedoch bei Hautapps geboten, die eine Diagnostik ohne Hautarzt anbieten. In einer kürzlich veröffentlichten Studie konnte eine solche automatisierte App 90 von 199 Muttermalen gar nicht erst analysieren, und bei den beurteilten Hautläsionen lag sie in ihrer Einschätzung auch häufig daneben.

Quelle: Ärztezeitung

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