Sport gegen Depression


Bewegung tut der Psyche gut
Sport gegen Depression

Ein internationales Forscherteam bestätigte in einer länderübergreifenden Studie, dass sportliche Betätigung vor der Entstehung von Depressionen schützen kann. Der positive Effekt war unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft und Fitness.

Weltweite Befragung von über einer viertel Million Menschen

Wissenschaftler aus Brasilien, Belgien, Australien, den USA, dem Vereinigten Königreich und Schweden folgten der Fragestellung, ob körperliche Aktivität bei Menschen ohne psychische Erkrankungen zu einem verringerten Risiko führt, Depressionen zu entwickeln. Dafür werteten sie Daten von mehr als 260.000 Männern und Frauen aus und wiederholten die Befragung nach durchschnittlich 7,4 Jahren. Teilnehmer, die sich wenig bewegten, waren gefährdeter, eine Depression zu entwickeln als Menschen, die sich viel bewegten. Die positiven Ergebnisse für Aktivität galten für Jugendliche, Erwachsene und auch alte Menschen unabhängig vom Wohnort.

Der leitende Studienautor Felipe Barreto Schach von der Universidad La Salle, Brasilien erklärt: „Es handelt sich hierbei um die erste weltweite Metaanalyse, die beweist, dass die bloße körperliche Aktivität förderlich dafür ist, die gesamte Bevölkerung vor Depressionen zu schützen.“ Ko-Autor Brendon Stubbs vom King´s College, London ergänzt: „Unsere Analyse macht deutlich, dass ein hohes Maß von körperlicher Aktivität für Kinder, Erwachsene und ältere Erwachsene eine Schutzfunktion hat und es dabei nicht auf die Herkunft oder andere Faktoren wie Body Mass Index, Rauchen oder den allgemeinen körperlichen Gesundheitszustand ankommt.“

Den eigenen Lebensstil überdenken – und eventuell verändern

„Neben der Vielzahl an weiteren Vorteilen, die die körperliche Aktivität mit sich bringt, können unsere Erkenntnisse dazu führen, die körperliche Betätigung im Laufe des Lebens auf der Prioritätenliste neu zu positionieren“, regt Stubbs an. „Die überzeugenden Beweise, die wir hier vorbringen konnten, liefern die ausschlaggebenden Argumente, um Menschen in der Schule, am Arbeitsplatz und in ihrer Freizeit dazu zu bringen, sich mehr zu bewegen. Weitere Studien sind schon geplant, um das Mindestmaß an körperlicher Aktivität und den Effekt der verschiedenen Arten der körperlichen Betätigung zu ermitteln,“ blickt Joseph Firth vom NICM Health Research Institute der Western Sydney Universität in die Zukunft.

Quelle: Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund

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